Wie können Gärten den Herausforderungen des Klimawandels begegnen? Welche Bedeutung haben Wildbienen, Wespen und andere Insekten für unsere Umwelt? Und wie lassen sich mit einfachen Mitteln wertvolle Lebensräume schaffen? Diesen und vielen weiteren Fragen ging die SPD Bad Essen bei einem Besuch der Gärten von Schloss Ippenburg nach.
Begrüßt wurde die Gruppe von Zerlina von dem Bussche, die zunächst die Entwicklung von Schloss Ippenburg in den vergangenen Jahren erläuterte. Viele Besucherinnen und Besucher verbinden Ippenburg noch heute mit den bekannten Gartenfestivals. Nach deren Ende sei bewusst der Fokus wieder stärker auf das gelegt worden, was Schloss Ippenburg ursprünglich auszeichnet: die Gärten selbst. Heute stehen ihre kontinuierliche Weiterentwicklung, nachhaltige Gartenkonzepte und der direkte Austausch mit den Besucherinnen und Besuchern im Mittelpunkt.
Dabei sprach Zerlina von dem Bussche auch über die spürbaren Auswirkungen des Klimawandels. Längere Trockenphasen und zunehmende Wetterextreme stellten die Gartenpflege vor immer neue Herausforderungen und machten deutlich, wie wichtig ein nachhaltiger Umgang mit Boden und Wasser geworden sei.
Beim anschließenden Rundgang durch den Küchengarten erhielten die Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten spannende Einblicke in die Prinzipien der Permakultur. Statt gegen die Natur zu arbeiten, setzt dieses Konzept auf natürliche Kreisläufe. Unterschiedliche Pflanzen ergänzen sich gegenseitig, der Boden bleibt dauerhaft bedeckt und fruchtbar, Wasser wird möglichst im Garten gehalten und Ressourcen werden geschont. So entstehen widerstandsfähige Gärten, die besser mit Trockenheit umgehen können und gleichzeitig wertvolle Lebensräume für Tiere schaffen.
Im zweiten Teil des Besuchs übernahm Hans-Georg Klecker, Ortsbürgermeister von Lockhausen und ausgewiesener Kenner der heimischen Insektenwelt, die Führung durch die außergewöhnlichen Insektenhotels und Nisthilfen. Mit viel Fachwissen und Begeisterung erklärte er, worauf es beim Bau funktionierender Nisthilfen wirklich ankommt.
Besonders beeindruckend war die Vielfalt der heimischen Wildbienen. Mehrere 100 Wildbienenarten leben in Deutschland – die meisten davon sind Einzelgänger. Wildbienenarten bilden keine Staaten wie die Honigbiene. Viele Arten sind bereits Ende Juni mit ihrer Flugzeit fertig, sodass im Hochsommer andere Insekten in den Vordergrund treten. Aktuell beginne die Zeit der Wespen, erläuterte Klecker. Dabei räumte er auch mit einem häufigen Vorurteil auf: Die Deutsche Wespe greift Menschen nicht grundlos an, sondern sticht in der Regel nur dann, wenn sie sich oder ihr Nest bedroht fühlt.
Auch zahlreiche praktische Tipps für den eigenen Garten nahm die Gruppe mit. So sollten Insektenhotels möglichst an einem sonnigen Standort aufgestellt werden, da viele Wildbienen Wärme für ihre Entwicklung benötigen. Ebenso wichtig ist eine kleine Wasserstelle mit flachen Steinen, auf denen Insekten sicher landen und trinken können sowie eine fachgerechte Ansaat von Wildblumenflächen. Entscheidend für den Erfolg einer Nisthilfe sind außerdem geeignete Materialien und eine sachkundige Bauweise. An den Beispielen auf Ippenburg wurde deutlich, wie vielfältig die Ansprüche der verschiedenen Arten sind – von Wildbienen über Grab- und Lehmwespen bis hin zur Hummel.
Bürgermeisterkandidat Timo Natemeyer (SPD) zeigte sich beeindruckt von den vielfältigen Ansätzen, mit denen auf Schloss Ippenburg Natur- und Klimaschutz miteinander verbunden werden: „Der Besuch hat eindrucksvoll gezeigt, dass Artenvielfalt nicht dem Zufall überlassen werden darf. Mit Wissen, Engagement und vielen kleinen Maßnahmen kann jeder einen Beitrag leisten. Genau solche Orte machen Mut und geben wertvolle Anregungen für den eigenen Garten.“
Zum Abschluss zog die Ortsvereinsvorsitzende der SPD Bad Essen, Silke Depker, ein positives Fazit: „Der Austausch mit engagierten Menschen vor Ort ist für uns besonders wertvoll. Wir konnten viele praktische Ideen mitnehmen und haben gesehen, dass Natur-, Klima- und Artenschutz direkt vor unserer Haustür beginnen. Herzlichen Dank an Zerlina von dem Bussche und Hans-Georg Klecker für die spannenden Einblicke und ihr großes Engagement. Solche Besuche zeigen, wie viel Wissen und Herzblut in unserer Gemeinde vorhanden sind.“
Der Besuch machte eindrucksvoll deutlich, wie eng Gartenkultur, Klimaanpassung und Artenvielfalt zusammenhängen. Schon mit einfachen Maßnahmen – einem naturnah gestalteten Garten, einer Wasserstelle oder einer fachgerecht gebauten Nisthilfe – kann jeder dazu beitragen, wertvolle Lebensräume für Wildbienen und andere Insekten zu schaffen. Für die SPD Bad Essen war der Besuch deshalb nicht nur informativ, sondern auch eine Inspiration für mehr Naturschutz im eigenen Umfeld.



